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In Nürnberg, Fürth und Erlangen ist Sexarbeit unter folgenden Bedingungen wieder erlaubt!

Sexarbeit darf in Nürnberg, Fürth und Erlangen:

  • ab sofort, 23.06.2021,
  • als 1:1 Kontakt
  • mit Terminvereinbarung
  • und Hygienekonzept

stattfinden!

Am 22.06.2021 wurde aus §13 Abs.4 der aktuellen 13. BayIfSMV das Wort „Prostitutionsstätten“ gestrichen. Jedoch können die einzelnen Gemeinden eigene ergänzende Regelungen erlassen und z.B. Prostitution weiterhin komplett verbieten. Wenden Sie sich daher bitte an Ihre jeweils regional zuständige Ordnungsbehörde, um zu erfahren, ob Sexarbeit bei Ihnen derzeit erlaubt ist oder nicht.

Bei Fragen können Sie sich auch gerne telefonisch unter 0911/37 65 277 an uns wenden!

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Unser Fortbildungsangebot zur
qualifizierten Sexualbegleitung & Sexualassistenz
im Herbst 2021:

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Pressemitteilung des BesD:

Für Gleichbehandlung in der Pandemie: Sexarbeiter*innen fordern Impfungen und Öffnungsperspektiven

Der BesD fordert die Einbeziehung von marginalisierten Sexarbeitenden in die Impfkonzepte der Bundesländer sowie eine gleichzeitige Öffnung der Branche mit anderen körpernahen Dienstleistungen. Ein Hygiene-Konzept sowie Test-Konzept liegen vor.


Die Verteilung der Impfstoffe hat sich zum entscheidenden Faktor für die Bekämpfung der Pandemie entwickelt. Sexarbeitende ohne festen Wohnsitz werden beim Impfen bisher weitgehend vergessen. Die Zahl der Sexarbeiter*innen, die gezwungen sind trotz Verbot zu arbeiten, steigt. Viele haben wenig bis keine Rücklagen oder waren bereits von Armut betroffen. Wir fordern Impfkonzepte, die betroffene Sexarbeiter*innen einschließen. In Berlin werden zum Beispiel Impftage in den Beratungsstellen für Sexarbeiter*innen angeboten und auch Niedersachsen hat Konzepte für diese Personengruppe.

Im Rahmen der Lockerungsmaßnahmen fordern wir Gleichbehandlung mit anderen körpernahen Dienstleistungen: Die Zulassung von Sexarbeit und die Öffnung von Prostitutionsstätten. Im Stufenplan von Berlin ist eine solche vorgesehen und in einigen Bundesländern, wie unter anderem Hessen, steht die Sexarbeit – wenn auch viel zu spät – zu mindestens schon mit im Konzept. 

Das Achten auf die eigene Gesundheit und die Gesundheit der Kund*innen ist maßgeblich für die Vermeidung von Geschlechtskrankheiten und die Bewahrung der eigenen Arbeitsfähigkeit. Prostitutionsstätten unterliegen zudem rigiden Auflagen für ein hygienisches Arbeitsumfeld. Unser Hygiene-Konzept bewährte sich schon bei der letzten Öffnung, in welcher Sexarbeit konform zu Corona-Auflagen und ohne besondere Vorkommnisse ablief. Ergänzend liegt nun ein Test-Konzept für den Schutz von Dienstleister*innen und Kund*innen vor.

Es darf keine Wiederholung der Ungleichbehandlung von Sexarbeiter*innen wie nach dem letzten Lockdown geben.

Nachdem Juli 2020 u.a. Saunen, Massagesalons, und Hotels wieder öffneten und selbst größere Veranstaltungen wieder erlaubt waren, dauerte die Schließung der Prostitutionsstätten an. Erst nach Demonstrationen und Protesten gaben einige Bundesländer im September 2020 nach – fast überall musste der Klageweg beschritten werden.


Pressekontakt:
Johanna Weber
BesD e.V. | Politische Sprecherin
johanna.weber@besd-ev.de
0151 – 1751 9771

International Sex Workers' Day 2021:

Mein Name ist Jázmin, ich komme aus Bulgarien und ich bin Sexarbeiterin, da ich trotz meines Abschlusses keine Arbeit in meinem Heimatland finde. Früher habe ich mir mit Kolleginnen eine Wohnung geteilt. Dort konnte ich selbstbestimmt und sicher arbeiten. Seit dem Arbeitsverbot besuche ich meine Kunden zu Hause, da ich mein Leben finanzieren muss.
Mein Name ist Dana, ich komme aus Ungarn und ich bin Sexarbeiterin. Vor der Corona-Krise habe ich in einem Club als Domina gearbeitet, da mir mein Beruf Spaß machte und ich viel Geld verdiente. Seit dem Arbeitsverbot bin ich arbeitslos, bekomme aber kein ALG II, da ich keinen offiziellen Wohnsitz in Deutschland habe. Ich bin also gezwungen heimlich zu arbeiten, obwohl ich fürchte mich mit Covid-19 anzustecken.
Mein Name ist Mila, ich komme aus Rumänien und ich bin Sexarbeiterin, da ich möchte, dass es meine Kinder einmal besser haben als ich. Vor Corona habe ich in einem Bordell gearbeitet. Dort war es warm, sauber und sicher. Heute arbeite ich – trotz des Verbots – auf dem Straßenstrich, da ich meine Familie weiterhin unterstützen muss.
Mein Name ist Chai, ich komme aus Thailand und ich bin Sexarbeiterin. Vor der Pandemie habe ich in einem Massagesalon gearbeitet, da ich dort – trotz fehlender Abschlüsse – viel Geld verdiente und ein gutes Leben in Deutschland führen konnte. Jetzt arbeite ich trotz Verbot privat, da ich fürchte, dass ich meine Aufenthaltserlaubnis verliere, wenn ich Sozialleistungen beantrage.
 
Wie Jázmin, Dana, Mila und Chai geht es mindestens 40.000 angemeldeten Sexarbeiter*innen und vielen andren, die sich aus Angst vor einem Outing, vor weiterer Stigmatisierung und vor gesellschaftlichen Vorurteilen nicht angemeldet haben. Sie erhalten keine Wirtschaftshilfen und nur in Ausnahmefällen Sozialleistungen. Sie sind also gezwungen – trotz des aktuellen Arbeitsverbotes und trotz des Risikos einer Infektion mit Covid-19 – an unsicheren Orten und aus einer schwachen Position heraus zu arbeiten. Sie sind auf jede*n Kund*in angewiesen, egal was gefordert oder gezahlt wird. Wir als KASSANDRA solidarisieren uns anlässlich des internationalen Hurentages mit allen Sexarbeitenden! Wir fordern die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Sexarbeiter*innen. Hierzu gehört insbesondere in Zeiten von Corona schnelle und unbürokratische staatliche Unterstützung in Form von Zugang zu Sozialleistungen. Ebenfalls fordern wir unter Einhaltung spezieller Hygienekonzepte die schnelle und unverzügliche Wiedereröffnung von Bordellen und Arbeitswohnungen. Diese stellen sichere und gute Arbeitsplätze für Sexarbeiter*innen da. Eine Verzögerung der Wiedereröffnung führt lediglich dazu, dass legale, sichere und gute Arbeitsplätze zerstört werden.
 
KASSANDRA e.V. – Beratungsstelle für Sexarbeiter*innen Endterstraße 6
90459 Nürnberg
www.kassandra-nbg.de
 
Music by Lukas Glaser:

 

Sehr geehrter Herr Söder,

bitte nehmen Sie sich diese Worte auch für Bayern zu Herzen!

#PleaseShare

Link: https://youtu.be/XKLaOw0Oo5k